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Der Unterschied zwischen Cannabis Indica, Sativa und Ruderalis

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Geschrieben von Nathalie Müller
Aktualisiert am Dezember 23, 2019

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Alle sprechen über Hanf beziehungsweise Cannabis und sehr wahrscheinlich ändert sich das auch in naher Zukunft nicht. Das dürfte insbesondere zwei Gründe haben: Erstens entdecken mehr und mehr Menschen die positiven Eigenschaften von CBD für sich. Zweitens ist es Ärzten in Deutschland seit dem 1. März 2017 erlaubt, Cannabis aus medizinischen Gründen zu verschreiben. Doch was sind Indica, Sativa und Ruderalis?

Cannabis in Deutschland

Jahrzehntelang litten Cannabis und Hanf unter dem negativen Stigma, das die Verdrängung in die Illegalität ihnen auferlegt hat. Entsprechend gibt es trotz der bereits beschriebenen Entwicklung noch viel Unwissenheit über die Cannabis Pflanzen. 

Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, stellt anfangs schnell fest, dass es eine unglaubliche Vielzahl verschiedenster Pflanzen gibt. Es ist besonders dann wichtig darüber Bescheid zu wissen, wenn man die Pflanze zur medizinischen Behandlung verwenden möchte. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen gibt es nicht „die eine Sorte“ , die allen Patienten hilft. Zum anderen muss der Arzt die Sorte auf den ausgestellten Rezepten angeben. 

Deswegen wollen wir in diesem Artikel etwas Licht ins Dunkel bringen. Wir zeigen Ihnen daher, was der Unterschied zwischen Cannabis Indica, Sativa und Ruderalis ist.

Medizinalhanf vs. Nutzhanf 

Sowohl Medizinalhanf (auch unter der Bezeichnung Cannabis bekannt) als auch Nutzhanf gehören zur gleichen Gattung der Hanfgewächse. Dabei gilt Nutzhanf als eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Entsprechend lässt der Name bereits erahnen, dass man ihn bis heute vor allem zur industriellen Verarbeitung verwendet. 

Was ist Medizinalhanf?

Dementgegen verwendet man Medizinalhanf, den man auch als medizinisches Cannabis bezeichnet, insbesondere für medizinische Zwecke. Das macht man vor allem aufgrund der Zusammensetzung beider Pflanzen. Medizinisches Cannabis (z.B. Indica oder Sativa) verfügt über das Cannabinoid THC, das den meisten wohl durch seine berauschenden Wirkungen bekannt ist. Abgesehen davon hat es allerdings auch weitere Eigenschaften, die man sich bei der medizinischen Verwendung zu nutze macht.

Was ist Nutzhanf?

Auch in Nutzhanf finden sich verschiedene Cannabinoide, die ebenfalls mit dem körpereigenen Endocannabinoidsystem interagieren. Allerdings kann man in Nutzhanf nur sehr geringe Mengen THC finden, weswegen er in Deutschland auch legal ist und entsprechend nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Man baut Nutzhanf vor allem an, um Hanffasern zu gewinnen, mit denen man Stoffe und Seile herstellen kann. Des Weiteren eignet er sich, um aus den Samen hochwertiges Hanföl zu produzieren. Letztlich gewinnt man auch die Ausgangsprodukte aller legaler CBD Produkte, die man heute auf dem europäischen Markt finden kann, auf Hanfpflanzen. 

Was sind die Cannabis Sorten Indica, Sativa und Ruderalis?

Inzwischen konnte man nachgeweisen, dass die Menschheit Cannabis bereits seit tausenden Jahren verwendet. Trotzdem begann man erst im 18. Jahrhundert damit, die Pflanzenarten zu kategorisieren. Folglich war es der aus Schweden stammende Naturforscher Carl von Linné, der im Jahr 1753 den „gewöhnlichen Hanf“ mit der Bezeichnung Cannabis Sativa klassifizierte. 

Circa drei Jahrzehnte später entdeckte ein französischer Zoologe, Botaniker und Entwicklungsbiologe namens Jean Baptiste de Lamarck eine andere Sorte Cannabis. Diese hatte ihren Ursprung in Zentralasien. Weil sich diese in Inden gesammelte Cannabisart von der bereits bekannten Cannabis Sativa deutlich unterschied, gab er ihr den Namen Cannabis Indica ( „indischer Hanf“).

Fast zwei Jahrhunderte später, charakterisierte dann der russische Botaniker Dmitrij E. Janischwesky eine damals überwiegend in Osteuropa und Russland auftretende Cannabisart. Entsprechend nannte er sie Cannabis Ruderalis (auch bekannt als Ruderalhanf).

Was ist Cannabis Sativa?

Cannabis Sativa gehört heute zu der bekanntesten Cannabisgattung. Die Bezeichnung „Sativa“ bedeutet „kultiviert“. Inzwischen man baut diese Sorte vermehrt in Ländern in Äquatornähe an. Insofern kann man sie in der Natur vor allem in Ländern wie Jamaika, Mexiko, Kolumbien oder gar Thailand antreffen. 

Merkmale von Cannabis Sativa

Pflanzen dieser Sorte können bis zu 6 Meter hoch werden. Ihre Blätter sind typischerweise schmal und lang. Außerdem weisen sie die typische fingerähnliche Form auf. 

Besonderer Beliebtheit erfreuen sich Sativa-Pflanzen, weil sie wirklich hohe Erträge bringen und über lange Vegetationsperioden verfügen. Außerdem weisen Sativa-Sorten normalerweise über einen hohen Gehalt an THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) sowie einen niedrigen Gehalt an CBD (Cannabidiol) auf. 

Wirkung von Cannabis Sativa

Obwohl jede einzelne Sorte über ihre individuellen Eigenschaften und Wirkungsweisen verfügt, kann man Pflanzen der Sorte Cannabis Sativa generell folgende Wirkungen zuschreiben: 

  • mentales High: anregend, aktivierend und motivierend
  • Stimulation von Kreativität und Gedankengängen
  • Gesteigerte Konzentration und Wachsamkeit 
  • Appetitfördernd
  • Reduziert Übelkeit
  • Fördert das allgemeine Wohlbefinden. 

Was ist Cannabis Indica?

Pflanzen der Gattung Cannabis Indica haben ihren Ursprung in Ländern, die sich in den Subtropen befinden. Zu ihnen gehören beispielsweise Pakistan oder Afghanistan aber auch Länder wie Marokko oder der Libanon.

Merkmale von Cannabis Indica

Die Pflanzen sind kleiner und kompakter. Sie erreichen eine Wuchshöhe von bis zu 1,2 m. Außerdem sind sie widerstandsfähiger und einfacher anzubauen. Des Weiteren sind ihre Blätter viel breiter als die aller anderen bekannten Sorten. Auch die Farbe der Blätter ist dunkler. 

Wirkung von Cannabis Indica

Generell verfügen Pflanzen dieser Gattung über einen höheren CBD Gehalt. Als Gegenspieler vom THC hilft dies, das bekannte „High“ abzulindern. Des Weiteren schreibt man Sorten der Gattung Indica im Allgemeinen folgende Eigenschaften zu  

  • körperlicher Rausch 
  • wirkt appetitanregend 
  • wirkt gegen Stress und Angst (beruhigend)
  • Reduziert Entzündungen 
  • schmerzlindernde Wirkung 
  • fördert die Muskelentspannung 
  • hilft bei Schlafproblemen 

Cannabis Indica vs. Cannabis Sativa – der Unterschied

Wie bereits beschrieben, liegen die Unterschiede der beiden Pflanzen vor allem im Aussehen, Wachstum und ihrer Wirkung. Sativa-Pflanzen verschaffen einen vorwiegend energiegeladenen zerebralen Rausch wohingegen Indica-Pfanzen eher sedierend, beruhigend und entspannend wirken. Entsprechend ist es auch diese Gattung, die nach dem Konsum müde macht. 

Cannabis Indica und Sativa sind wohl die bekanntesten Vertreter. Sie haben in vielerlei Hinsicht die gleiche Genetik und deswegen kann man sie auch untereinander kreuzen. Die meisten Cannabissorten sind heute Hybride und es ist gar nicht so einfach pure Sorten zu finden. 

Was ist Cannabis Ruderalis?

Jene Pflanzen, die zu der Art Cannabis Ruderalis gehören, wachsen überwiegend in kälteren Regionen wie beispielsweise Russland. 

In der Mongolei hat man in einem mehr als 2400 Jahre alten Grab Samen  gefunden, von denen die Wissenschaftler ausgehen, dass es Ruderalissamen sind. Man nimmt an, dass man die Pflanzen zu schamanischen Ritualen verwendet hat. Bis heute benutzen sie die Menschen in diesen Regionen, um Depressionen zu behandeln.   

Inzwischen geht man auch davon aus, dass Ruderalis-Pflanzen Nachkömmlinge einer nach Norden gewanderten Indica-Genetik ist. 

Merkmale von Cannabis Ruderalis

Pflanzen der Gattung Ruderalis weisen eine Besonderheit auf, denn sie wachsen nicht nur schnell sondern sind auch selbstblühend. Außerdem verfügen diese Pflanzen über nur wenige Seitenzweige und kleine Blätter. Des Weiteren ist das Wachstum dieser Art von der Tageslänge abhängig und man kann die Blüten bereits nach sieben Wochen ernten. 

Wirkung von Cannabis Ruderalis

Ruderalis-Pflanzen sind besonders aus medizinischer Sicht sehr interessant. Das liegt vor allem daran, weil Cannabis dieser Art über einen sehr hohen CBD Anteil verfügen. Gleichweise haben sie einen sehr niedrigen THC Gehalt. Das ist besonders dann interessant, wenn sich die Wirkungen des CBDs zu Nutze gemacht werden sollen. Lange hat diese Art ein Schattendasein geführt. In den letzten Jahren hat sich dies allerdings geändert. Man hat nämlich festgestellt, dass Hybrid-Kreuzungen mit Ruderalis-Pflanzen für medizinische Zwecke äußerst interessant sind.

Cannabis Ruderalis kann: 

  • Linderung von Übelkeit
  • Hilfe bei Depressionen und Angststörungen

Indica, Sativa und Ruderalis

Obwohl die drei Sorten zur gleichen Pflanzengattung gehören, unterscheiden sie sich doch teils erheblich in ihren Merkmalen und ihrer Wirkungsweise. Will man Cannabis zu medizinischen Zwecken verwenden, ist man gut damit beraten, sich mit den einzelnen Sorten auseinanderzusetzen,  um die bestmögliche Wirkung zu erzielen. 

Sicherlich werden sich auch hier in den kommenden Jahren weitere Erkenntnisse, Hybride und Wirkungen auftun. Wir dürfen also gespannt bleiben.

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