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Terpene – was ist das eigentlich?

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Geschrieben von Nathalie Müller
Aktualisiert am Juli 20, 2019

Haben Sie jemals darüber nachgedacht, warum Ihnen die frische Luft auffällt, wenn Sie durch den Wald gehen? Wahrscheinlich denken Sie nun, dass die Lift natürlich frisch ist, da Sie ja in der Natur sind. Haben Sie sich jedoch einmal tiefer gehend Gedanken darüber gemacht, warum dies so ist? Es liegt an der Art und Weise, wie die Düfte von Farnen, Kiefern, Blumen und Moos harmonisch aufeinandertreffen, um so ein angenehmes Gefühl von Ruhe zu erzeugen. Woher stammt dieser ganze Geruch aber wirklich? Viele dieser pflanzenbezogenen Düfte entstehen zufällig aus natürlich vorkommenden Chemikalien, den sogenannten Terpenen.

In der Welt des Cannabis standen psychoaktive Cannabinoide wie THC schon immer im Rampenlicht. Jetzt, da sich die Marihuana-Industrie weiterentwickelt, hören immer mehr Verbraucher von Terpenen: Entsprechend wissen sie, welche wichtige Rolle sie in der Cannabis-Therapie spielen. In den letzten Jahren hat die Anzahl der Gespräche über dieses Thema zugenommen.

Fragen Sie einen Botaniker danach, was das ist, würde dieser Ihnen wahrscheinlich sagen, dass es Stoffe sind, die sich in den ätherischen Ölen von Pflanzen befinden. Darüber hinaus handelt es sich um aromatische organische Kohlenwasserstoffe. Terpene kommen in einer Vielzahl von Pflanzen und sogar in einigen Insekten vor. Heutzutage verwenden die meisten Menschen den Begriff „Terpene“, wenn sie sich auf Cannabis beziehen. In diesem Artikel gehen wir auf alles ein, was Sie über Terpene wissen müssen.

Was sind Terpene?

Es sind Öle, die von genau denselben Cannabnis-Pflanzendrüsen abgesondert werden, die während der Blüte CBD und THC produzieren. Bisher identifizierte man mehr als 20.000 Terpene. Die Cannabispflanze produziert mindestens 100 davon. Jedes hat seinen eigenen Geruch, Geschmack und seine individuellen medizinischen Eigenschaften. Mögen Sie den süßen, fruchtigen Geschmack von Pineapple Twist? Er basiert auf den Terpenen in der Pflanze. Gleiches gilt für den „skunkigen“ Geruch von Sour Diesel.

Tatsache ist, dass sie über eine breite Palette von Geschmäcken und Gerüchen verfügen. Dazu gehört auch der gemeine Geruch von Beeren, Minze, Zitrusfrüchten und Kiefer. Sie sind zwar ein starkes Merkmal der Cannabispflanze, aber nicht nur in Indica, Sativa und Ruderalis, sondern allen Pflanzen enthalten. Aus diesem Grund sind alle mit mit ihnen verbundenen Aromen und Geschmäcke nach Pflanzen benannt.

So können sich beispielsweise die Terpene, welche Kirschen ihren einzigartigen Geschmack verleihen, bei richtiger Zucht in Ihrer fruchtigen Lieblingssorte Marihuana wie Cherry OG wiederfinden. Darüber hinaus kann die Kombination von Terpenen zu neuartigen Geschmäcken und Gerüchen wie „Diesel“ und „Skunk“ führen.

Auf wissenschaftlicherer Ebene betrachtet, sind sie einfache organische Verbindungen, die aus Wasserstoff, Kohlenstoff und gelegentlich Sauerstoff in unterschiedlichen Anordnungen bestehen. Es gibt auch eine kompliziertere chemische Version von Terpenen – namens Terpenoide. Obwohl sie den Terpenen sehr ähnlich sind, sind Terpenoide tatsächlich durch Oxidation denaturierte Terpene.

Das Interesse an Cannabisterpenen geht weit über den Geruch hinaus. Untersuchungen legen nahe, dass Terpene, wenn sie mit Cannabinoidrezeptoren interagieren, die Wirkung von Cannabinoiden entweder unterstützen oder behindern können. Folglich ist auch bekannt, dass Terpene eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen mit sich bringen.

Die Chemie der Terpene

Man verwendet den Begriff „Terpene“, um eine große Gruppe chemischer Verbindungen zu beschreiben, welche den Geschmack und Geruch beeinflussen. Man seine Funktionen mit denen der Begriffe „Obst“ und „Gemüse“ vergleichen. Terpenmoleküle können jedoch in zwei weitere Typen unterteilt werden. Sie heißen Monoterpene und Sesquiterpene.

Monoterpene sind „leicht“, was ihr Gewicht angeht. Zu ihnen gehören Limonen, Myrcen und Terpinolen. Dies sind jene Vertreter, die für blumige Düfte verantwortlich sind, welche die Cannabispflanze abgibt. Dazu gehören Jasmin, Rose, Apfel und Kiwi. Sesquiterpene hingegen sind „schwer“ und umfassen Caryophyllene sowie Humulen. Dies sind jene Terpene, welche für die stechenderen und sandelholzartigeren Düfte der Cannabispflanze verantwortlich sind. Zu ihnen gehören Moschus, „Skunk“, Teebaum und „Diesel“.

Da Monoterpene leichter sind, verdunsten sie schneller, sobald die lebende Pflanze von ihrem Wachstumsmedium befreit wurde. Eine von der University of Mississippi durchgeführte Studie ergab, dass sich die Monoterpenzahl durch Trockenhärten und Decarboxylieren um 55 und 85 % verringert.

Die Verringerung der Monoterpene hat zur Folge, dass die zurückbleibenden, schwereren Sesquiterpene das Aroma, den Geschmack und die medizinische Wirkung des Endprodukts, sei es Wachs, Öl oder Blüte, leichter beeinflussen.

Daher neigen Produkte, die aus decarboxyliertem Cannabis hergestellt werden, zum größten Teil eher zur scharfen Seite des Aromas. Das liegt daran, dass die Monoterpene bereits verdampft sind.

Terpene und der Entourage Effekt

Mehrere Studien haben ergeben, dass Terpene zusammenarbeiten, um Cannabinoiden wie THC und CBD zu helfen, leichter durch die Blutbahn zu gelangen und die Blut-Hirn-Schranke zu senken. Im Wesentlichen spüren Sie mehr oder weniger die Auswirkungen einer Sorte, die davon abhängen, welche Terpene darin enthalten sind.

Da sie ihre eigenen medizinischen Wirkungen haben, tragen sie auch dazu bei, die vorherrschenden Wirkungen anderer Cannabinoide entweder zu verstärken oder zu verringern. Dies bezeichnet man als „Entourage Effekt“. Hierbei arbeiten die verschiedenen Komponenten zusammen oder sich gegenseitig aus. So beeinflussen Sie die Art der Wirkung, indem sie sie entweder stärker oder geringer machen.

Kombiniert man Terpene und Cannabinoide miteinander und lässt sie so auf dasselbe Ziel hinarbeiten, werden Sie stärkere Wirkungen verspüren.

Um die negativen Auswirkungen anderer Cannabinoide zu mildern, können Cannabisproduzenten, durch die Verwendung von Terpenen, jetzt Superstämme züchten. Sie sind darauf ausgerichtet, für so viele Menschen wie möglich das bestmögliche Erlebnis zu erzielen.

Man kann so beispielsweise die antidepressiven Eigenschaften einer CBD-reichen Sorte verdoppeln oder einen hohen THC-Wert mit entzündungshemmenden oder angstlösenden Eigenschaften eines bestimmten Terpens züchten. Wie Sie sehen, gibt es inzwischen umfangreiche Möglichkeiten in Sachen medizinische Anwendung. Die Forschung auf diesem Gebiet ist jedoch noch im vollen Gange. Auch die Industrie untersucht immer noch, wie Terpene in verschiedenen Sorten einzeln und auch zusammen funktionieren.

Verschiedene Arten Terpene

Es gibt wirklich extrem viele verschiedene Terpene. Im Folgenden listen wir Ihnen die häufigsten Vertreter auf, die in der Marihuana-Pflanze zu finden sind.

Limonen

Limonen hat einen sehr ausgeprägten Zitrusduft, der es zu einem wichtigen Bestandteil der Grapefruitsorten von Cannabis macht. Der Körper absorbiert Limonen sehr schnell und hilft sogar, die Absorptionsrate anderer Terpensorten zu steigern. Limonen ist auch ein starkes antimikrobielles Mittel. Man untersucht sein Potenzial als Antikrebsmittel. Auch ist es bekannt dafür, gut gegen Bronchitis zu wirken und beim Abnehmen zu helfen. Limonen findet man häufig in Hautsalben und medizinischen Cremes.

Myrcene

Myrcene ist in nahezu jeder Marihuana-Sorte enthalten. Es hat einen erdigen Duft nach Moschus und Nelken. Außerdem ist es ein wichtiger Faktor für den berüchtigten „Couch-Potato-Effekt“, der mit vielen Indica-Sorten verbunden ist. Wenn Sie nach dem Rauchen einer Cannabiszigarette eingeschlafen sind, haben Sie wahrscheinlich die Auswirkungen von Myrcene erlebt.

Kein Wunder, dass Myrcene aufgrund seiner beruhigenden Wirkung das perfekte Marihuana-Schmerzmittel ist. In der Natur kann man Myrcene in Thymian, Mango, süßem Basilikum und Petersilie finden.

Pinen

Pinen hat einen klassischen Pinienduft. Es kommt in Pinien und anderen Nadelbäumen sowie einigen Zitrusfrüchten und Balsabäumen vor. Es ist ein außergewöhnlich reaktives Terpen und bildet in Kombination mit anderen Cannabis-Terpenen häufig neue Sorten.

Pinen ist ein Antiseptikum und hat entzündungshemmende Eigenschaften, die es ermöglichen, Muskeln zu lockern und Atemwegsverengungen zu reduzieren. Es könnte auch einige Anti-Krebs-Eigenschaften haben und man verwendet es zu diesem Zweck in der chinesischen Medizin.

Linalool

Seit Jahrhunderten verwendet man Linalool aufgrund seines klassischen Lavendelduftes als Hilfsmittel für die Aromatherapie. Es hat starke entzündungshemmende Eigenschaften, insbesondere für Lungen, die Rauch eingeatmet haben. Es hat so starke entzündungshemmende Eigenschaften, dass es zur Alzheimer-Behandlung untersucht wurde. Darüber hinaus sieht man es als starken Immunverstärker an.

Was Sie also wissen sollten

Es gibt noch nicht genügend Forschungsergebnisse zu den Wirkungen, die bestimmte Terpene in Kombination mit Cannabinoiden haben. Bisherige Forschungsergebnisse weisen auf die möglichen Auswirkungen hin, liefern jedoch keine schlüssigen Beweise. Viele Anwender sind jedoch der Meinung, dass Extrakte, die das gesamte Spektrum an Terpenen in Kombination mit Cannabinoiden enthalten, wirksamer sind als das Isolieren von Cannabinoiden.

Dies ist der Grund, warum Cannabiskenner nicht nur in Laborberichten nach CBD- und THC-Werten suchen, sondern auch nach Terpenanteilen.