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Ist CBD-Öl in Deutschland legal? [Eingehend erklärt…]

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Geschrieben von Mark Schneider
Februar 6, 2019

In letzter Zeit scheint es ganz so, als ob CBD plötzlich in allen Ecken und Winkeln auftaucht. Man kann inzwischen mehr und mehr CBD-Produkte in den Regalen von Apotheken oder Naturläden finden und auch viele Geschäfte machen Werbung für Ihre CBD-Produkte. Sogar in den Nachrichten und im Radio wird vermehrt über CBD gesprochen und vor nicht allzu langer Zeit wurde sogar in einer Radiosendung berichtet, wie man CBD-Marshmallows herstellen kann.

Alles scheint wirklich ganz unbedenklich zu sein und die gesamte Öffentlichkeitsarbeit treibt den Umsatz nur so in die Höhe und lässt die Branche florieren. Viele Leute werden aber von CBD, aufgrund der Assoziation mit Cannabis und des damit verbundenen negativen Stigmas dieser Pflanze, vom Konsum abgeschreckt. Andere lassen sich jedoch von den positiven Eigenschaften überzeugen und probieren CBD aus.

Unabhängig von der persönlichen Haltung zu CBD wird häufig erst einmal die Frage gestellt, ob das Produkt überhaupt legal ist. Es ist schön und gut, dass man CBD-Öl in Geschäften kaufen und verkaufen kann, aber viele Menschen fürchten trotzdem strafrechtliche Verfolgung, wenn sie sich für den Konsum entscheiden, da die Gesetze leider nicht ganz klar sind.

Sie sollten sich keine Sorgen machen, denn in diesem Artikel werden wir genau erklären, welche Gesetze CBD und die entsprechenden Produkte in Deutschland betreffen. Alles wurde detailliert recherchiert, aber für Sie leicht verständlich aufgearbeitet (keine Juristensprache!), damit Sie sich beim Kauf Ihres neuen Lieblingsnahrungsergänzungsmittels sicher fühlen können.

Was ist CBD und warum sollte es überhaupt illegal sein?

Cannabidiol oder CBD ist eine Verbindung, die in der Pflanze Cannabis sativa vorkommt. Solche Verbindungen werden als Cannabinoide bezeichnet und sie können verschiedene Wirkungen auf den menschlichen Organismus beziehungsweise auf das Endocannabinoid-System (ECS), ein biologisches System, das sich in unserem Körper befindet, haben.

Cannabis wurde aufgrund seiner psychoaktiven Eigenschaften jahrzehntelang kriminalisiert und in einem negativen Licht dargestellt. Das bekannte „High“ wird jedoch eigentlich nur von dem Bestandteil Tetrahydrocannabinol (THC) ausgelöst, das mit den CB1-Cannabinoidrezeptoren im Gehirn sowie dem zentralen Nervensystem eine Verbindung eingeht und entsprechend ein Vergiftungsgefühl erzeugt. THC wurde auch mit weiteren negativen Effekten wie Paranoia und im schlimmsten Fall mit Psychosen in Verbindung gebracht, weshalb die ganze Pflanze so lange kriminalisiert wurde.

Aber wussten Sie, dass Cannabis vor diesem Verbot Jahrtausende als natürliches Heilmittel eingesetzt wurde? Weltweit benutzten frühere Gesellschaften Cannabis als Mittel zur Behandlung verschiedenster Erkrankungen, da viele der verschiedenen Cannabinoide in der Pflanze ein gewisses Potenzial als Arzneimittelwirkstoff zeigten.

Aus diesem Grund ist der rechtliche Status von Cannabis so verzwickt – in Wirklichkeit ist nur das THC verboten, aber leider werden die anderen Cannabinoide in der gleichen Kategorie zusammengefasst und dazu gehört auch CBD.

Es gibt mehrere Sorten der Pflanze Cannabis sativa. Eine davon ist Marihuana, das in Deutschland streng verboten ist und unter keinen Umständen besessen, verkauft oder konsumiert werden kann. Hierbei gibt es jedoch eine Ausnahme: auf Arztrezept genehmigtes „medizinisches“ Marihuana. Das generelle Verbot beruht auf dem hohen THC-Gehalt – einige Marihuana-Sorten enthalten bis zu 30 % davon. Es gibt jedoch auch eine Sorte namens Hanf beziehungsweise Industriehanf, die definitionsgemäß nur einen THC-Gehalt von 0,2 % oder weniger enthält.

Hanf besitzt dafür aber einen hohen CBD-Anteil. Das CBD kann aus der Hanfpflanze entnommen und für unterschiedliche Zwecke verwendet werden. Studien darüber, was CBD wirklich ist und kann, sind noch nicht abgeschlossen. Außerdem scheint sich niemand wirklich sicher zu sein, welche Wirkung es genau erzielen kann. Wir wissen jedoch, dass CBD indirekt mit dem Endocannabinoid-System interagiert.

Das ECS stellt seine eigenen Verbindungen her, die als Endocannabinoide bezeichnet werden und sich mit entsprechenden Cannabinoid-Rezeptoren verbinden, um Meldungen über das, was im Körper vorgeht, weiterzuleiten. Die Hauptaufgabe des ECS besteht in der Aufrechterhaltung der Homöostase, die eine Vielzahl von Körperfunktionen wie Schlaf, Appetit, Stimmung, Entzündung, Temperatur und vieles mehr reguliert. Deshalb ist das ECS für unser Überleben so wichtig.

CBD regt den Körper an, mehr Endocannabinoide zu produzieren, wodurch sichergestellt wird, dass das ECS auf Höchstleistung arbeiten kann. Es wird angenommen, dass CBD auf diese Weise in der Lage sei, uns gesund zu erhalten.

Darüber hinaus wurde CBD von der Weltgesundheitsorganisation (erst kürzlich im Jahr 2017) überprüft und für den Menschen allgemein als gut verträglich eingestuft. Es besteht kein Suchtpotenzial und es gibt nur wenige Nebenwirkungen. Die festgestellten Nebenwirkungen waren auch marginal und beinhalteten beispielsweise Übelkeit und einen trockenen Mund.

Ist dies also der Fall, zeigt das, dass CBD nur aufgrund seiner Verbindung mit Marihuana illegal ist, es aber eigentlich überhaupt nicht immer aus Marihuana hergestellt werden muss.

Wir kommen nun also zum Wesentlichen …

Ist CBD legal?

Wie Sie wissen, ist Marihuana in Deutschland illegal. Cannabis ist gemäß dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) als illegale Droge aufgeführt, was bedeutet, dass es ein hohes Missbrauchspotenzial und keinen medizinischen Wert habe. Es handelt sich dabei um ein bereits ziemlich veraltetes Gesetz und es scheint, dass sich die Einstellung gegenüber Cannabis insgesamt verändert. Zum Beispiel erkennen wir jetzt leichter, dass sich „Cannabis“ entweder auf Marihuana oder Hanf beziehen kann.

Industriehanf selbst ist nicht völlig illegal. Allerdings kann es auch nicht jeder einfach in seinem Garten anbauen, da dies nur Unternehmen der Landwirtschaft erlaubt ist. In Deutschland ist es also legal, Hanf (mit Genehmigung) anzubauen und zu verkaufen, ohne, dass dies rechtliche Auswirkungen hat.

Aber was ist mit CBD? CBD gehört an sich nicht zu den gesetzlich geregelten Betäubungsmitteln und daher ist es technisch legal. Früher konnte es relativ frei erworben werden, wenn auch auf einem sehr kleinen Markt, da es nicht so viele Leute kannten. Im Jahr 2016 hat der Bundesrat der „Fünfzehnten Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung“ zugestimmt, weswegen Cannabidiol der Arzneimittelverschreibungsverordnung hinzugefügt wurde – mit anderen Worten, Cannabidiol wurde als Arzneimittel eingestuft.

In der Arzneimittelverschreibungsverordnung sind jedoch auch andere Produkte wie Vitamin C und Zink aufgeführt, die als Arzneimittel rezeptpflichtig verschrieben werden können, allerdings auch als Nahrungsergänzungsmittel frei verkauft werden dürfen, wenn sie nicht mit medizinischen Versprechen beworben werden. Diese Interpretation wurde in der Folge auf CBD übertragen, weswegen es bis heute frei verkauft wird.

Das lief darauf hinaus, dass viele Unternehmen lediglich ihre Marketingtaktik änderten und CBD-Produkte weiter vertrieben. Als lizenzierte Medikamente aus Cannabis gibt es derzeit in Deutschland Dronabinol, Sativex und Nabilon, die interessanterweise THC und CBD enthalten.

Inzwischen ist bekannt, dass CBD-Produkte aus Industriehanf (nicht Marihuana) gewonnen werden können und sich somit an die Richtlinie von maximal 0,2 % THC halten können. Für Unternehmen sollte dies nun die neue gesetzliche Grundlage darstellen. Außerdem dürfen CBD-Hersteller ihre Produkte auch nicht unter dem Vorbehalt verkaufen, dass sie Beschwerden behandeln, verhindern oder heilen könnten. Obwohl dies früher erlaubt war, verstößt es jetzt gegen die festgelegten Richtlinien für Nahrungsergänzungsmittel, welche mit solchen Versprechen nicht beworben werden dürfen.

All diese Dinge zu verstehen scheint ein bisschen schwierig zu sein, aber im Wesentlichen bedeutet es nur, dass es legal ist, CBD-Öl mit weniger als 0,2 % THC zu kaufen, zu verkaufen und zu konsumieren. Für die Verkäufer macht dies die Angelegenheiten jedoch komplizierter, da Marketingrichtlinien einzuhalten sind. Weil sich CBD in Deutschland in einer sich ständig ändernden Grauzone befindet, sind die Produkte völlig unreguliert, wodurch eine potenziell unsichere Branche entsteht.

Ist CBD reguliert?

Derzeit gibt es viele CBD-Verkäufer in Deutschland. Da sich die Arzneimittelverschreibungsverordnung nur mit Arzneimitteln beschäftigt, operieren diese Unternehmen leider ohne Lizenz, was das Geschäft recht riskant macht. Keine Panik, die Produkte sind deswegen nicht unbedingt unsicher. Wie bereits erwähnt sind CBD-Produkte sowie Produkte, die weniger als 0,2 % THC enthalten, legal.

Um sicherzustellen, dass Sie sich im Rahmen des Gesetzes bewegen, wenn Sie CBD kaufen, sollten Sie sich immer für ein Unternehmen entscheiden, das die Testergebnisse von unabhängigen Laboren auf seiner Website veröffentlicht, oder die Ergebnisse zur Hand hat und sie auf Wunsch vorzeigen kann. Diese unvoreingenommenen Laborberichte können beweisen, dass ihre Produkte über die richtigen Mengen von Cannabinoiden verfügen, sowie bestätigen, dass sie keine anderen schädlichen Substanzen enthalten.

Hierbei ist aber zu beachten, wie das Unternehmen seine Produkte vermarktet. Es ist illegal für Nahrungsergänzungsmittel, einen medizinischen Nutzen aufzuzeigen, weswegen Slogans mit folgenden Bezeichnungen vermieden werden müssen:

  • Hinweise auf kleinere oder größere Erkrankungen wie Erkältungen, Kopfschmerzen, Schnittverletzungen, Blutergüsse, Flecken, Raucherentwöhnung, Fettleibigkeit, Arthritis, Depression, Stress sowie alle Kinderkrankheiten oder schwere Erkrankungen.
  • Verweise auf Geisteszustände, wie etwa Sucht, ADHS, Depression oder Angstzustände.
  • Hinweise auf die Behandlung oder Linderung nachteiliger Zustände mit Aussagen wie „Schmerzlinderung“ oder „Juckreiz beruhigen“.
  • Hinweise auf die Symptome der Erkrankung wie Entzündungen.

Mit anderen Worten, CBD-Hersteller dürfen keine expliziten Angaben zu den medizinischen Eigenschaften ihrer Produkte machen, keine medizinischen Ratschläge erteilen, Links zu Organisationen geben, die diese Aussagen enthalten, und vieles mehr. Sie können keine Vergleiche mit zugelassenen Medikamenten machen und sie dürfen ihrem Produkt auch keinen Namen geben, der auf ein Medikament schließen lassen könnte. Wenn Sie Hinweise auf medizinische/klinische Untersuchungen und Tests finden, ist dies ebenso illegal wie Zeugnisse, die darauf schließen lassen, dass das Produkt medizinische Informationen enthält.

Diese Richtlinien gelten für das Produkt, die Verpackung, die Website des Unternehmens und die Social-Media-Kanäle, Werbung und Kundengespräche.

Es ist durchaus akzeptabel zu behaupten, dass CBD Ihnen dabei helfen kann, einen gesunden Lebensstil aufrechtzuerhalten, denn CBD kann dazu beitragen, die Gesundheit oder Funktionen beschädigter Organe wiederherzustellen.

Zu den Wörtern und Ausdrücken, die vermieden werden sollten gehören:

  • Lindert
  • Vermeidet
  • Steigert
  • Verbrennt Fett
  • Ruhe/beruhigt/Beruhigung
  • Kann denen helfen, die an … leiden
  • Reinigt
  • Klinische Studien belegen
  • Klinisch bewiesen
  • Bekämpft
  • Kontrolliert
  • Wirkt entgegen
  • Heilung/heilt
  • Beseitigt
  • Heilt
  • Hilft dem Körper, sich beim Wechsel von Zeitzonen anzupassen
  • Hilft dabei, ein normales Stimmungsgleichgewicht zu erhalten
  • Sorgt für einen normalen Wasserhaushalt
  • Hilfe/hilft bei (im Kontext, wenn es sich auf einen ungünstigen Zustand bezieht)
  • Erhöht die Stoffwechselrate
  • Soll bei … helfen
  • Medizinische Forschung
  • Verhinderung/verhindert
  • Schützt vor…
  • Erleichterung/erleichtert
  • Heilmittel
  • Entfernt
  • Macht … wieder gut
  • Stellt … wieder her
  • Regt das Nervensystem an
  • Stopp/stoppt das Verlangen nach
  • Stärkt das Immunsystem
  • Entfernt sonnengeschädigte präkanzeröse Zellen
  • Traditionell verwendet für…
  • Behandelt/entfernt Infektionen
  • Behandelt/Behandlung

Wie Sie sehen, ist dies eine ziemlich lange Liste und deswegen müssen sich unlizenzierte Unternehmen irgendwo dazwischen bewegen. Da es verboten ist, das CBD als freies Arzneimittel zu verkaufen, muss es als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden, um den Verbrauchern zu helfen, einen gesunden Lebensstil aufrechtzuerhalten.

Was sollten Sie bei CBD beachten?

CBD ist in Deutschland legal, solange bestimmte Regeln eingehalten werden. Im Moment dürfen nur maximal 0,2 % THC enthalten sein. Das liegt daran, da es aus Industriehanf gewonnen werden muss. Deshalb ist es wichtig, dass Sie nur von jenen Unternehmen kaufen, die Labortestergebnisse von Drittanbietern ausstellen können. Transparenz ist der Schlüssel, wenn es um CBD-Produkte geht.

Darüber hinaus müssen die Hersteller von CBD-Produkten die Marketingrichtlinien einhalten. CBD-Öle und Produkte, die Sie in Geschäften finden, sind Nahrungsergänzungsmittel und sollten als solche beworben werden – medizinische Ansprüche können nicht geltend gemacht werden. Macht ein Unternehmen trotzdem medizinische Ansprüche geltend, ist es wahrscheinlich nicht vertrauenswürdig. Meiden Sie diese Unternehmen.

Obwohl die CBD-Industrie in Deutschland derzeit nicht reguliert ist, ist sie nicht unbedingt unsicher. Solange Sie die Richtlinien genau kennen, können Sie auf jeden Fall auf Nummer sicher gehen.