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Ist CBD für Kinder sicher? [Das sagen die Experten dazu]

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Geschrieben von Mark Schneider
Februar 11, 2019

In letzter Zeit hat CBD in verschiedenen Ländern hohe Wellen geschlagen. Auch Deutschland gehört zu den Ländern, in welchen sich die Zahlen jener Personen, die CBD verwenden, wesentlich gesteigert haben. Hierzulande wird es als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, um den Menschen zu helfen, gesund zu bleiben.

Einer der Gründe, warum CBD plötzlich in aller Munde ist, sind Fölle, bei denen die Anwendung von CBD-Produkten dabei helfen konnte, gesundheitliche Probleme zu lindern und Besserung zu bringen. Deswegen gibt es in letzter Zeit auch immer mehr Artikel und Beiträge über die Erfolge, die man mit CBD erreichen kann. Ebenfalls kann man beispielsweise in Foren sehen, dass Mitglieder anderen Mitgliedern zunehmend den Gebrauch von CBD empfehlen, um von den gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren.

Viele Menschen sind inzwischen so auf CBD aufmerksam geworden und zeigen Interesse daran, sich selbst und ihre Kinder mit Cannabisprodukten zu behandeln. In der Öffentlichkeit ist also ein Bewusstsein dafür entstanden, dass Verbindungen wie CBD zur Gesundheit beitragen könnten. Einige Eltern ziehen daher in Betracht, ihren Kindern CBD zu geben, um ihnen dabei zu helfen, einen gesunden Lebensstil zu führen.

Aber sollten Sie Ihren Kindern wirklich CBD-Öl geben?

Was ist CBD?

Cannabidiol, oft nur CBD genannt, ist einer der Wirkstoffe (Cannabinoide) in der Cannabispflanze. Es ist eines der bekannteren Cannabinoide und Studien zu seiner Anwendung haben gezeigt, dass es sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken könnte.

Wenn CBD konsumiert wird, interagiert es mit einem biologischen System, das als Endocannabinoid-System (ECS) bezeichnet wird. Dieses System enthält sogenannte Cannabinoidrezeptoren, die auf der Oberfläche der Zellen im ganzen Körper sitzen und dem Zustand des Körpers aufmerksam folgen und reagieren, wenn er sich verändert. Durch die Verwendung unserer eigenen Endocannabinoide können wir über die Cannabinoid-Rezeptoren Botschaften im ganzen Körper senden. So kann sich unser Körper entsprechend anpassen, um sicherzustellen, dass wir am Leben bleiben. Das klingt kompliziert? Nun, grundsätzlich müssen Sie nur wissen, dass das ECS unseren Körper im Gleichgewicht hält und für unser Überleben sorgt, auch, wenn sich die Bedingungen in unserem Körper ändern.

Das ECS reguliert Funktionen wie Stimmung, Schlaf, Appetit, Temperatur, Schmerz und mehr. Es ist notwendig, dass dieses System gut funktioniert.

CBD regt die Bildung von mehr Endocannabinoiden an, was bedeutet, dass das ECS auf einem optimalen Niveau arbeiten kann. Aus diesem Grund nehmen es so viele Menschen als Nahrungsergänzungsmittel – CBD kann das allgemeine Wohlbefinden fördern, wodurch Sie sich besser fühlen.

Viele Menschen kommen deswegen auf die Idee ihrer Familie CBD zu geben, damit alle gesund bleiben. Dazu gehören natürlich auch die Kinder. Aber nur, weil etwas für Erwachsene sicher ist, heißt das nicht, dass es sich auch für Kinder eignet. Schauen wir uns also die Fakten an.

Ist CBD für Kinder sicher?

Bevor Sie Ihren Kindern CBD-Öl geben, sollten Sie einige Dinge wissen.

Effekte und Nebenwirkungen

Laut der Weltgesundheitsorganisation ist CBD beim Menschen sicher und allgemein gut verträglich. Es ist nicht toxisch, macht nicht süchtig und für die Mehrheit der Menschen problemlos zu verwenden.

Nur weil es aber nicht süchtig macht, bedeutet das nicht, dass es etwas ist, was Sie die ganze Zeit nehmen sollten. Menschen, die regelmäßig CBD nehmen, können trotzdem einen CBD-Entzug erleben, wenn sie plötzlich aufhören. Das liegt daran, dass sich der Körper auf die CBD Dosis stützt, um Endocannabinoide herzustellen. Es kann eine Weile dauern, bis er sich wieder an seine eigene Funktion gewöhnt hat, wenn Sie aufhören, CBD zu verwenden.

Bei Kindern ist es umso wichtiger, diesen Faktor zu berücksichtigen, da sich ihre Körper immer noch entwickeln. Für sich entwickelnde Körper ist es elementar zu lernen, wie sie ohne Nahrungsergänzungsmittel funktionieren, um das Risiko einer Erkrankung zu verringern. CBD ist kein Ersatz für einen gesunden Lebensstil. Kinder sollten gesund essen, aktiv bleiben und sich an eine gute Hygiene halten, die ihnen dabei hilft, ein gesundes Immunsystem aufzubauen.

Außerdem müssen Sie die Nebenwirkungen berücksichtigen, denn CBD kann beispielsweise Benommenheit, Mundtrockenheit, Übelkeit und Durchfall verursachen. Bei Nebenwirkungen wie dem trockenen Mund und der Übelkeit haben Sie möglicherweise Schwierigkeiten, Ihre Kinder dazu zu bewegen, überhaupt CBD-Öl einzunehmen. Wenn Ihre Kinder zur Schule gehen, sollten Sie Müdigkeit sowieso vermeiden. Die letzte mögliche Nebenwirkung aber – nämlich Durchfall – ist die riskanteste. Bei Kindern kann Durchfall sehr gefährlich sein und erfordert, dass sie die Flüssigkeitszufuhr deutlich erhöhen, um schlimme Folgen zu vermeiden.

Keine dieser Nebenwirkungen ist besonders negativ, aber bei Ihren Kindern sollten sie am besten vermieden werden.

Die Gefahren von CBD-Öl

Nicht alle CBD-Öle werden gleichermaßen hergestellt. In Deutschland sind CBD-Nahrungsergänzungsmittel nicht reguliert, was bedeutet, dass keine autorisierte Stelle Qualitätskontrollen durchführt. Theoretisch könnten Hersteller Ihnen jedes Produkt verkaufen, bei dem „CBD“ auf das Etikett gedruckt wurde.

Natürlich ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie so ein Produkt erwerben, insbesondere wenn Sie sich etwas Wissen über das Thema aneignen konnten. Es ist jedoch wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass die unregulierte Natur von CBD-Ölen in Deutschland Gefahren mit sich bringt. Sie müssen vor allem auf chemische Dünger oder Pestizide achten, die während des Anbauprozesses sowie des Extraktionsprozesses, bei dem das CBD aus dem Hanf extrahiert wird, verwendet werden.

Wenn Sie sich der möglichen Gefahren bewusst sind, können Sie all diese Probleme wahrscheinlich vermeiden. Erwägen Sie jedoch, Ihrem Kind CBD-Öl zu geben, ist es am besten, wenn Sie auf Nummer sicher gehen und auf alle diese Zusatzstoffe verzichten.

Was ist mit Kindern, die Epilepsie haben?

Wie wir bereits zu Beginn dieses Artikels erwähnten, können Erwachsene und Kinder, die unter verschiedenen Krankheiten leiden von CBD profitieren. Dazu gehört auch Epilepsie. In der Vergangenheit gab es hier international einige bekannte Fälle, bei denen Kindern mithilfe von Cannabisprodukten geholfen werden konnte.

Es ist zu berücksichtigen, dass diese Kinder nicht dasselbe CBD-Öl erhalten haben, das Sie für Ihre eigenen Kinder einfach so im Geschäft kaufen können. Häufig enthalten die zur Behandlung von Epilepsie verwendeten Medikamente CBD, aber auch höhere THC-Mengen. Diese sind extrem wirksam, und zwar viel mehr als die reinen Nahrungsergänzungsmittel, die in Reformhäusern verkauft werden.

Obwohl CBD nicht reguliert ist, gibt es derzeit ein in Deutschland zugelassenes Medikament auf Cannabisbasis namens Sativex. Dieses Medikament wird für Muskelspastik im Zusammenhang mit Multipler Sklerose verabreicht und enthält sowohl CBD als auch THC.

Da THC in Mengen von über 0,2 % in CBD-Öl illegal ist, ist es unmöglich, ein CBD-Produkt mit hohem THC-Gehalt in die Hände zu bekommen, das möglicherweise bei Symptomen helfen kann, die Ihr Kind im Zusammenhang mit Problemen wie MS und Epilepsie hat.

Wenn Sie Eltern eines Kindes sind, das an einer solchen Erkrankung leidet, können Sie nur mit einem Arzt besprechen, welche Behandlungen für Ihr Kind am besten geeignet sind.

Die rechtlichen Fragen

Abgesehen von all dem medizinischen Fachjargon ist es eine gute Idee, Ihren Kindern keine Substanz zu geben, über die aus rechtlichen Gründen nicht viel bekannt ist. Die Wahrheit ist, dass CBD relativ wenig erforscht ist und es daher viele rechtliche Komplikationen gibt. Die Regierungen sind sich unsicher über die Verwendung und die Klassifizierung von CBD ist ziemlich komplex.

In den USA, wo CBD in den meisten Staaten legal ist, mussten einige Eltern Besuche von Kinderschutzdiensten durchmachen, und in einigen Fällen wurden Kinder wegen der Verabreichung von CBD-Öl aus der Familie genommen. Im Fall der Familie Selva aus LA, über die in The Daily Beast berichtet wurde, meldete eine unbekannte Quelle die Familie dem Kinderschutzdienst, nachdem sie gehört hatte, dass die Eltern ihrer epileptischen Tochter Aliana CBD-Öl gaben, um ihre Krankheit zu behandeln. Die Selvas wurden wegen Vernachlässigung ihres Kindes aufgesucht, obwohl sie versuchten, ihrer Tochter zu helfen und zu dieser Zeit ebenfalls unter ärztlicher Aufsicht standen.

Viele dieser rechtlichen Probleme rühren von mangelndem Verständnis für Cannabisprodukte. Obwohl einige CBD-Öle legal sind (als Nahrungsergänzungsmittel mit weniger als 0,2 % CBD) und obwohl die Regierung kürzlich Cannabismedikamente für bestimmte Krankheiten legalisiert hat, kommt es leider schnell zu Missverständnissen.

Um auf der Seite des Gesetzes zu bleiben, empfiehlt es sich möglicherweise, Ihrem Kind kein CBD zu geben.

Sie sollten immer einen Arzt aufsuchen

Am Ende ist CBD als Arzneimittel, weswegen es jungen Kindern nicht ohne ärztliche Empfehlung verabreicht werden sollte.

CBD kann selbst für Erwachsene schwierig zu dosieren sein und entsprechend problematisch gestaltet sich seine Anwendung. Deshalb ist es bei Kindern noch komplizierter, da sich ihr Körper noch in der Entwicklung befindet. Wenn Sie gerade darüber nachdenken, Ihrem Kind CBD-Öl zu verabreichen, besprechen Sie dies unbedingt vorher mit einem Arzt, der sich darüber freuen sollte, dies mit Ihnen zu diskutieren, ohne Sie dafür zu verurteilen.