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CBD bei Schädel-Hirn-Trauma: Funktioniert es wirklich?

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Geschrieben von Mark Schneider
Aktualisiert am Oktober 9, 2019

In den letzten Jahren hat das Bewusstsein der Öffentlichkeit für traumatische Hirnverletzungen stark zugenommen. Das liegt vor allem auch an Militärveteranen, Profisportlern und Überlebenden von Unfällen, die angefangen haben, über die Auswirkungen einer Hirnverletzung zu sprechen. Außerdem gab es eine Vielzahl an Kampagnen, die von staatlichen und sportlichen Organisationen durchgeführt wurden.

Schädel-Hirn-Traumata sind eine der weltweit häufigsten Todesursachen bei Menschen unter 45 Jahren. Meist entsteht ein solches Trauma durch Erschütterungen wie bei Stürzen, gewaltsamen Kontaktsportarten, Autounfällen, Schüssen, Stichwunden oder Explosionen. Allein in Deutschland sind jedes Jahr 273.000 Menschen von dieser Erkrankung betroffen.

Medizinische Forscher haben Studien durchgeführt, um mehr über das Schädel-Hirn-Trauma zu erfahren. Ziel war es dabei, die Ursachen zu verstehen und neue, leistungsfähigere Therapien zu entwickeln. Eine besonders vielversprechende Behandlung bei Hirnverletzungen ist Cannabidiol, das auch unter der Bezeichnung CBD bekannt ist. Wie genau funktioniert dies aber und was haben die Studien ergeben? Im Folgenden sehen wir uns das etwas genauer an.

Was ist ein Schädel-Hirn-Trauma?

Bei einem Schädel-Hirn-Trauma handelt es sich um eine Störung, die aus einer Kopfverletzung entstehen. Dies kann ein Aufprall, ein Stoß oder ein Schlag sein, weswegen das Hirn gegen den Schädelknochen schlägt. Wenn das Gehirn verletzt ist, setzt es Chemikalien und Neurotransmitter frei, die zu chemischen Ungleichgewichten, Zelltod, Entzündungen, Blutgefäßverletzungen und Gewebeschäden führen. Diese Hirnreaktionen bezeichnet man als „Kaskaden durch Sekundärverletzungen“. Sie sind Ursache für viele der neurologischen Probleme, die mit traumatischen Hirnverletzungen verbunden sind.

Kategorien eines Schädel-Hirn-Trauma

Leichte Schädel-Hirn-Traumata können die Gehirnzellen vorübergehend beeinträchtigen. Schwerwiegendere traumatische Hirnverletzungen können jedoch zu Blutungen, Blutergüssen, Gewebsrissen und anderen physischen Schäden am Gehirn führen. Es ist möglich, dass diese Verletzungen zu Langzeitkomplikationen oder sogar dem Tod führen.

Schädel-Hirn-Traumata haben häufig eine Vielzahl von physischen und psychischen Auswirkungen. Einige Symptome oder Anzeichen können unmittelbar nach der Verletzung auftreten, während andere erst Tage oder Wochen später in Erscheinung treten.

Schädel-Hirn-Trauma kann man in drei Kategorien unterteilen: leicht, mittelschwer und schwer. Die Symptome variieren je nach Schweregrad der Verletzung. Typische Symptome für eine leichte traumatische Hirnverletzung sind unter anderem Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Übelkeit oder Erbrechen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit, Schwindel, Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen. Die typischen Symptome einer mittelschweren bis schweren traumatischen Hirnverletzung können umfassen: Krämpfe oder Anfälle; Koordinationsverlust, die Unfähigkeit aufzuwachen; Flüssigkeiten, die aus der Nase oder den Ohren abfließen, minuten- oder stundenlange Bewusstlosigkeit, starke Verwirrung, Sprachbprobleme, Koma und andere Bewusstseinsstörungen.

Wie CBD bei Schädel-Hirn-Trauma hilft

In verschiedenen Studien stellte man fest, dass CBD nach einer Kopfverletzung als Neuroprotektivum auf das Gehirn wirkt und zur Verringerung neurologischer Schäden nach einem Trauma beitragen kann. In einer speziellen Studie untersuchte man, wie Cannabis bei der Behandlung von Menschen helfen kann, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben.

Das Endocannabinoidsystem

Dabei fand man heraus, dass Cannabinoide wie CBD die endogene Aktivität von Cannabinoiden, die der Körper auf natürliche Weise selbst produziert, imitieren und sogar verstärken. Diese körpereigenen Cannabinoide sind Teil des Endocannabinoidsystems (ECS), das verschiedene und wichtige physiologische Prozesse regulieren soll. Diese sind für die Auswirkungen von Hirnverletzungen relevant. Sie  sorgen für die Durchblutung des Gehirns und regulieren Entzündungen.

Durch die Beeinflussung der Aktivität dieser ECS-bezogenen endogenen Cannabinoide kann die Hirnverletzung von Patienten möglicherweise effektiver und schneller heilen als Verletzungen von Patienten, die zusätzlich kein CBD verwenden.

Andere Forschungsarbeiten haben Cannabinoide mit einer signifikanten Reduktion des Zelltods im Gehirn nach einem Schädel-Hirn-Trauma in Verbindung gebracht. In Reaktion auf eine Kopfverletzung aktiviert der Körper das ECS, welches so als Selbstschutzmaßnahme in Aktion tritt. Der Körper aktiviert dann die als CB1 und CB2 bekannten Cannabinoidrezeptoren, um das Gehirn vor traumatischen Auswirkungen auf den Kopf zu schützen.

CBD und das ECS

Die in der Cannabispflanze vorkommenden Cannabinoide, wie CBD, können dieselben Rezeptoren aktivieren. Sie haben ähnliche Wirkungen wie die natürlich vorkommenden Cannabinoide im ECS des Körpers. Dadurch kann das Gehirn nach einem Trauma geschützt und geheilt werden.

Man hat außerdem festgestellt, dass CBD in der Lage ist, die degenerativen Effekte zu verzögern, welche üblicherweise auf eine Kopfverletzung folgen. Normalerweise steht nur ein kurzer Zeitraum für therapeutische Interventionen zur Verhinderung solcher Effekte zur Verfügung.

Untersuchungen haben ergeben, dass CBD dem Gehirn einen dauerhaften Schutz bieten kann, wenn man es kurz nach dem Auftreten einer Hirnverletzung verabreicht. Tatsächlich hat man CBD auch mit der Behandlung anderer neurodegenerativer Erkrankungen in Verbindung gebracht, die sich auf das Gehirn auswirken. Dazu gehören zum Beispiel Alzheimer, Demenz und Parkinson.

Medizinische Erkenntnisse: Wirkung von Cannabinoiden bei Schädel-Hirn-Trauma

Eine der frühesten Studien in Bezug auf CBD und Schädel-Hirn-Trauma stammt aus dem Jahr 1998. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse einer Studie an Ratten, in der man die neuroprotektiven Vorteile von CBD und THC nachwies. Obwohl noch weitere Untersuchungen erforderlich sind, um die neuroprotektiven Wirkungen von CBD vollständig zu verstehen, haben neuere Studien ergeben, dass CBD die Cannabinoidrezeptoren im Gehirn aktiviert.

Eine Studie aus dem Jahr 2011 an Ratten ergab, dass der Endocannabinoidspiegel während und nach einem Schädel-Hirn-Trauma ansteigt. Das deutet darauf hin, dass das ECS eine wesentliche neuroprotektive Rolle spielt.

Die CB-Rezeptoren

Andere tierexperimentelle Studien haben ebenfalls gezeigt, dass man durch die Aktivierung von Cannabinoidrezeptoren im Gehirn die Schädigung von Nervenzellen begrenzen und die Heilung durch eine verbesserte Durchblutung des Gehirns fördern kann. Eine Studie aus dem Jahr 2002 ergab außerdem, dass Mäuse, bei denen man aus genetischen Ursachen einen Mangel an CB1 feststellte, schwerere Hirnschäden erleiden als Mäuse, welche über den CB1 Rezeptor verfügten.

Es kristallisierte sich heraus, dass die Aktivierung des CB2 Rezeptors die Bildung neuer Gehirnzellen fördert und zur Regulierung der Entzündung nach einer Hirnverletzung beiträgt. Eine Studie aus dem Jahr 2014 ergab, dass Mäuse, die man gentechnisch so veränderte, dass sie über keinen CB2 Rezeptor mehr verfügen, nach einer traumatischen Kopfverletzung schlimmere Probleme haben als Mäuse, die einen CB2 Rezeptor haben. Dieselbe Studie ergab, dass das Fehlen eines CB2 Rezeptors auch die Bildung neuer Gehirnzellen beeinträchtigte.

CBD kann letztlich auch die Gliazellen beeinflussen. Diese Zellen isolieren die Neuronen und fördern die Immunantwort des Gehirns nach einer Verletzung. Untersuchungen haben gezeigt, dass CBD die stärkste Wirkung auf zwei Arten von Gliazellen zu haben scheint – nämlich Mikroglia und Astrozyten. Bei einer Tierstudie aus dem Jahr 2017 stellte man fest, dass CBD die durch Astrozyten verursachte Schwellung und Aktivität unterdrückt. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2017 ergab, dass die Stimulierung von Cannabinoidrezeptoren des Gehirns Entzündungen, die durch Mikroglia bei Ratten verursacht werden, unterdrücken kann.

Medizinische Vorteile von CBD bei traumatischen Hirnverletzungen

Während CBD im Forschungslabor vielversprechende Ergebnisse für Schädel-Hirn-Trauma vorweisen kann, gibt es auch beeindruckende Ergebnisse bei Einzelfällen. Dazu gehören insbesondere ehemalige Profisportler aus Sportarten, bei denen ein hohes Risiko für Kopfverletzungen besteht, wie Fußball und Boxen.

Viele Profisportler haben über die Vorteile von CBD bei der Behandlung von traumatischen Kopfverletzungen gesprochen und gesagt, dass dies dazu beigetragen hat, ihre körperliche Funktion zu verbessern, ihre Stimmung zu regulieren und die Verwendung von verschreibungspflichtigen Tabletten und anderen Medikamenten zu reduzieren oder sogar ganz zu eliminieren.

Im Gegensatz zu den meisten verschreibungspflichtigen Tabletten macht CBD nicht abhängig und Anwender können es auch nicht überdosieren. CBD hat keine nachteiligen Nebenwirkungen und verursacht auch keine erhöhte Toleranz, die im Laufe der Zeit höhere Dosen erfordert, um die gleichen Wirkungen zu erzielen.

Wie nimmt man CBD bei Schädel-Hirn-Trauma?

Wenn Sie die Verwendung von CBD zur Behandlung eines Schädel-Hirn-Traumas in Betracht ziehen, ist es wichtig, die richtige Einnahmemethode für Ihre Bedürfnisse zu wählen. Die meisten Patienten ziehen es vor, sich durch eine direkt eingenommene Pille oder Tablette Linderung zu verschaffen.

Durch diese Methode kann der Körper die Wirkstoffe direkt in den Blutkreislauf aufnehmen. Dies bietet eine sofortige Linderung und eine längere Wirkung. Außerdem entstehen durch CBD Kapseln und Lebensmittel nicht die bekannten Lungenreizungen, die beim Rauchen von CBD auftreten können. Mit CBD Lebensmitteln und CBD Kapseln können Sie auch die Dosierungsmenge direkt steuern. Auf diese Weise können Sie, wenn Sie es vorziehen, die täglich verordnete Menge problemlos einhalten.

Das Verdampfen von CBD hat auch eine unmittelbare Wirkung. Außerdem ist es angenehmer als das Rauchen. Ein Vape Pen setzt während des Gebrauchs nur wenige Nebenprodukte frei, hilft dafür aber bei der Einnahme von CBD. Dadurch können die Konsumenten schnell Linderung finden.

CBD bei Schädel-Hirn-Trauma

Die Wirkungen von CBD sind in der medizinischen Welt zu einem echten Phänomen geworden. Das liegt vor allem daran, weil dieses Cannabinoid vielversprechende Anwendungen bei einer Reihe von medizinischen Konditionen bietet und so Probleme lindern und zu behandeln kann, die mit verschiedenen Erkrankungen zusammenhängen. Zusätzlich zu den allgemeineren medizinischen Vorteilen erweist sich CBD auch als hilfreich bei der Behandlung von Schädel-Hirn-Traumata. Die Forscher hoffen, weitere Studien darüber durchführen zu können, warum und wie CBD bei Hirnverletzungen eingesetzt werden kann.