5 Mythen über CBD widerlegt

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Geschrieben von Nathalie Müller
Aktualisiert am Oktober 23, 2019

Cannabisprodukte erfreuen sich in Deutschland einer stetig wachsenden Beliebtheit. Heute sind CBD Öle, CBD Kapseln und Lebensmittel gefragter als je zuvor. Das liegt vor allem daran, dass sowohl die Forschung als auch persönliche Erfahrungen viel Potenzial versprechen. Doch leider gibt es immer noch viel Unwissenheit und Vorurteile in Sachen CBD. In diesem Artikel widerlegen wir die 5 häufigsten Mythen über CBD.

  1. CBD kann man nur aus Marihuana gewinnen

Es gibt verschiedene Arten der Cannabis Sativa Pflanze. Dazu gehört beispielsweise der Nutzhanf sowie das bekannte Marihuana. Cannabidiol, das man auch CBD nennt, kann man in beiden Pflanzen finden. In Deutschland gibt es jedoch einen großen Unterschied was die Legalität beider Pflanzen angeht.

Es gibt viele verschiedene Marihuanasorten. Darunter befinden sich auch einige, die einen sehr hohen CBD Anteil aufweisen. Trotzdem ist Marihuana in der Bundesrepublik laut Betäubungsmittelgesetz (BtMG) als verbotene Substanz kategorisiert. Hierbei gibt es nur eine Ausnahme, wenn es ein Arzt zu therapeutischen Zwecken verschreibt. Das Verbot beruht vor allem auf dem enthaltenen Cannabinoid THC (Tetrahydrocannabinol).

Doch das Cannabinoid CBD befindet sich nicht nur in Marihuana sondern auch in Nutzhanf. Durch die europäische Rechtssprechung ist sichergestellt, dass man ihn in der europäischen Union anbauen und seine Produkte vertreiben darf, so lange weniger als 0,2 % THC in ihnen enthalten ist. Da Hanf außerdem wesentlich einfacher anzubauen ist, stammen alle frei verkäuflichen CBD Produkte in der EU aus Nutzhanf, wodurch Mythos Nummer 1 widerlegt ist.

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  1. CBD macht high

Alle Menschen haben in ihren Körpern ein Endocannabindoidsystem. Man kennt es auch unter der Abkürzung ECS. Es ist ein Netzwerk, welches aus Rezeptoren und Verbindungen besteht, welche Endocannabinoide heißen. All dies ist im menschlichen Körper vorhanden, da er selbst eine eigene Version dieser Verbindungen produziert. Das tut er, um die Homöostase aufrechtzuerhalten. Dabei handelt es sich um die Fähigkeit des Körpers, sein inneres Gleichgewicht zu wahren.

Wie Sie jetzt vermutlich schon ahnen, interagieren auch die inzwischen 113 bekannten Cannabinoide mit dem ECS. Im ECS befinden sich CB1 und CB2 Rezeptoren. Das Cannabinoid THC interagiert sowohl mit den CB1 als auch mit den CB2 Rezeptoren. Überwiegend geht THC jedoch eine Verbindung mit den CB1 Rezeptoren ein, welche die Mehrheit im Zentralnervensystem und entsprechend auch im Gehirn darstellen. Durch diese Konstellation verursacht THC das bekannte „High“.

CBD hingegen interagiert überwiegend mit den CB2 Rezeptoren. Diese finden sich im ganzen menschlichen Körper, wie beispielsweise dem Magen-Darm-System. Auch im Gehirn gibt es CB2 Rezeptoren, allerdings nicht in so großer Anzahl wie es bei den CB1 Rezeptoren der Fall ist. Die Hauptfunktion der CB2 Rezeptoren ist es, Entzündungen zu kontrollieren und ihre Entstehung zu hemmen. Entsprechend hat CBD keine psychoaktive Wirkung. Nummer 2 der 5 gängigsten Mythen stimmt also auch nicht.

  1. CBD ist illegal

Da man Cannabis über Jahrzehnte stigmatisierte, ist auch heute vielen Menschen nicht klar, ob aus Hanf gewonnenes CBD illegal in Deutschland ist oder nicht. Leider macht es die Politik und Rechtsprechung hier auch nicht ganz einfach, ein klares „Ja“ oder „Nein“ als Antwort zu geben.

An sich gilt, wenn CBD Produkte weniger als 0,2 % THC enthalten, dann greift der Ausnahmetatbestand des BtmG. An sich war die Rechtslage hier relativ deutlich, bis man Deutschland CBD als Medikament anerkannt hat. Durch diese Kategorisierung ist eine Diskussion darüber entbrannt, ob das Cannabinoid nun noch ohne Rezept legal sei oder nicht. Medikamente unterliegen in Deutschland nämlich strengen Auflagen und man muss sie Tests unterziehen, um sie zur Behandlung medizinischer Probleme verwenden zu können. Allerdings, und so argumentieren die CBD Produzenten und Anwender, können Ärzte auch verschiedenste Vitamine auf Rezept verschreiben, die man trotzdem auch frei in Form von Nahrungsergänzungsmitteln kaufen kann. Genau das beziehen sie auch auf CBD, weswegen sie es weiterhin vertreiben.

Allerdings gibt es auch EU-weit ein weiteres Problem in Sachen Legalität. In der EU gibt es die Novel Food-Verordnung. Dabei handelt es sich um eine EU-weite Einordnung „neuartiger Lebensmittel“. Unter „neuartig“ versteht man hier jene Lebensmittel, die man vor dem 15. Mai 1997 nicht in einem nennenswerten Umfang für den menschlichen Verzehr verwendet hat. Ob es sich bei CBD nun um ein neuartiges Produkt handelt oder nicht und, ob dies extra genehmigt werden muss oder nicht, ist im Moment noch nicht klar entschieden, da ein Antrag zur Prüfung noch nicht abschließend bearbeitet ist. Des Weiteren ist der Katalog nicht rechtlich verbindlich.

Bis jetzt ist der Konsum und Erwerb von verarbeiteten CBD Produkten wie CBD Ölen, CBD Kapseln oder CBD Cremes also nicht illegal.Es bleibt allerdings festzuhalten, dass zukünftig mit Änderungen zu rechnen ist und Sie sich entsprechend auf dem Laufenden halten sollten. Wir bei Kräuterpraxis werden Ihnen selbstverständlich neue Informationen mitteilen, sobald es Neuigkeiten gibt.

  1. CBD macht süchtig

Viele Menschen denken, dass CBD abhängig machen kann. Das liegt vor allem daran, weil sie die Wirkungsweise von Cannabis beziehungsweise Hanf mit jener von Drogen wie Alkohol oder Nikotin vergleichen. Allerdings sind Alkohol und Nikotin Nervengifte und wirken ganz anders im menschlichen Organismus.

Wie bereits eingehend beschrieben, verfügen wie selbst über ein Endocannabinoidessystem und entsprechend können unsere Körper Cannabinoide ganz anders verstoffwechseln als die beiden genannten Nervengifte.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (kurz WHO) hat sich mit dem Thema beschäftigt. In seiner abschließenden Stellungnahme ist die Organisation zum Schluss gekommen, dass CBD nicht gefährlich ist und auch nicht das Potenzial hat, abhängig zu machen. Dies hat man auch in Tierversuchen nachweisen können.

Zu diesem Schluss kam man auch in einer Tierstudie an männlichen Mäusen.

Viele Menschen entscheiden sich daher für CBD anstatt ihrer klassischen Medikamente wie zum Beispiel opioide Schmerzmittel, die ein großes Risiko mit sich bringen, die Patienten abhängig zu machen.

  1. CBD hat keinen medizinischen Nutzen

Erst in den letzten Jahren hat sich die Forschung vermehrt der Erforschung der Wirkung von Cannabinoiden wie CBD gewidmet. Allerdings gibt es viele bereits gewonnene Erkenntnisse, die medizinisch noch nicht gesichert sind. Derzeit gibt es nicht sonderliche viele fundierte Studien zum Thema. Die meisten Ergebnisse ziehen die Forscher aus Zellversuchen, Tierexperimenten oder Erfahrungsberichten von Anwendern.

Besonders hervorgetan hat sich CBD bis jetzt allerdings im Bereich der Behandlung von Schmerzen und Entzündungen. Dies macht sich die Medizin zum Beispiel beim Cannabismedikament Sativex zu Nutze, welche Ärzte in Deutschland jenen Menschen verschreiben, die unter Spastiken leiden, welche durch MS ausgelöst werden.

Derzeit erforscht man auch die antipsychotische Wirkung bei Patienten, die unter Schizophrenie leiden. Die entzündungshemmende Wirkung von CBD verwendet man  beispielsweise, um chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder etwa Arthritis zu behandeln.

Weiterhin hat CBD eine angstlösende Wirkung ähnlich der von Diazepan, weswegen viele Angstpatienten auf das Cannabinoid zurückgreifen. Außerdem hilft Cannabidiol gegen Übelkeit und verfügt über neuroprotektive Eigenschaften. Das ist der Grund, warum es auch bei Kopfverletzungen zum Einsatz kommt.

Momentan geht man außerdem davon aus, dass CBD dabei hilft das Diabetesrisiko zu verringern.

Es lässt sich also sagen, dass CBD viele medizinische Wirkungen hat, welche jedoch derzeit noch nicht alle komplett nachgewiesen sind.

Die 5 Mythen über CBD

Wie Sie gesehen haben, konnten wir die 5 häufigsten Mythen über CBD, die sich hartnäckig halten, widerlegen. Man kann sie sehr wahrscheinlich auf Falschinformationen zurückführen.

Einige Aspekte im Bereich CBD sind bisher allerdings noch nicht ganz klar erforscht, erwiesen oder geregelt und deswegen können Sie auch zukünftig viele neue Erkenntnisse zum Thema ergeben, welche Sie natürlich hier bei Kräuterpraxis lesen werden können.

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